24-Stunden-Pflege Ruhezeiten – was gibt es zu beachten?

Autor: Christian Wolf, Stand: 11.05.2022
5. Min Lesedauer

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Rund um die Uhr in den eigenen vier Wänden versorgt zu werden, ist für viele Menschen eine schöne Vorstellung. Daher greifen immer mehr Pflegebedürftige auf Betreuungskräfte aus dem Ausland zurück. Leider herrschen viele Missverständnisse, die durch Branchenbezeichnungen wie „24-Stunden-Pflegekraft“ und „24-Stunden-Betreuung“ im Hinblick auf die Arbeitszeiten entstehen.

24 Stunden am Tag von einer Person gepflegt zu werden, ist das möglich? Nein, denn bei der sogenannten 24-Stunden-Pflege müssen Ruhezeiten beachtet werden.

Im Folgenden werden wir etwas genauer auf die Arbeits- und Ruhezeiten eingehen und Ihnen aufzeigen, worauf Sie achten sollten.

Wie viele Stunden darf eine sogenannte 24-Stunden-Pflegekraft arbeiten?

Vorab ist es wichtig zu wissen, dass für Betreuungskräfte aus dem Ausland das deutsche Arbeitszeitgesetz gilt. Dieses sieht vor, dass an Werktagen (Montag – Samstag) maximal 8 Stunden gearbeitet werden darf. Die Höchstarbeitszeit liegt folglich bei 48 Stunden in der Woche.

Maximale Arbeitszeit Berechnung:8 Arbeitsstunden x 6 Werktage = 48 Stunden maximale Wochenarbeitszeit

So viel zur Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus?

Derzeit gibt es 3 Modelle mit denen eine legale Betreuung möglich ist.

Beim Entsendemodell wird ein Arbeitsvertrag zwischen der Betreuungskraft und einem Personaldienstleister geschlossen, welcher die Betreuungskraft dann nach Deutschland entsendet. Sie schließen als Auftraggeber einen Dienstleistungsvertrag mit dem Personaldienstleister, indem Art und Umfang der Arbeit vereinbart werden sollte. Im Regelfall beläuft sich die Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche.

Die zweite Möglichkeit stellt das Arbeitgebermodell dar. Hier schließen Sie einen Arbeitsvertrag mit der Betreuungskraft und treten als Arbeitgeber auf. In der Regel werden wie auch beim Entsendemodell 40 Wochenstunden als Arbeitszeit vereinbart.

Neben den beiden ersten Modellen existiert das Selbstständigkeitsmodell, bei dem die sogenannte 24-Stunden-Pflegekraft ein Gewerbe angemeldet hat. Das Arbeitszeitgesetz findet bei diesem Modell keine Anwendung. Somit richtet sich die Arbeitszeit nach den Vereinbarungen, die im Dienstleistungsvertrag festgehalten wurden.

Wie sind die Ruhezeiten gesetzlich geregelt?

Sowohl beim Entsende- als auch beim Arbeitgebermodell gilt eine Ruhezeit von 11 Stunden zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn. Macht die Betreuungskraft beispielsweise um 20 Uhr Feierabend, dann darf die Arbeit frühestens am Folgetag um 7 Uhr wieder aufgenommen werden. Klären Sie im Vorfeld ab, wer die Nachteinsätze übernimmt, falls diese nötig sind. Für selbstständige Betreuungskräfte gibt es keine eindeutigen Regelungen bezüglich der Ruhezeiten.

Wie viel Freizeit hat eine 24 Stunden Pflegekraft?

Den Betreuungskräften steht ein freier Tag in der Woche zu, der meist auf die Sonntage fällt. Falls an den Sonntagen Unterstützung von der 24-Stunden-Pflegekraft benötigt wird, muss ein Ersatzruhetag angeboten werden.

Tipp: Prüfen Sie, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, indem Sie den Arbeitseinsatz mit allen Beteiligten vor der Anreise der Betreuungskraft planen und eine Tagesstruktur erstellen.

Tagesplan für die Organisation der sogenannten 24-Stunden-Pflege

Gibt es eine Pausenregelung für Betreuungkräfte?

Ja, den 24-Stunden-Betreuungskräften steht ab einer Arbeitszeit von 6 bis 9 Stunden eine 30-minütige Pause zu. Beträgt die Arbeitszeit mehr als 9 Stunden? Dann muss eine Pause von mindestens 45 Minuten ermöglicht werden.

Wichtigkeit der Arbeits- und Ruhezeiten: Die Qualität der Betreuungsleistung hängt unter anderem auch von den Ruhezeiten ab, die eine Pflegekraft in Anspruch nimmt. Denn nur wer ausgeruht und zufrieden ist, kann die anfallenden Aufgaben bestmöglich erledigen.

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